Tag - Dänemark

Smakke auf Strynø: Was ist denn das?

Ohavets Smakkecenter

Auf Strynø hat mich das Smakke-Center besonders beeindruckt, daher habe ich hier für Dich eine kleine Reportage darüber verfasst.

Was sind eigentlich Smakkejollen?

Wenn Du am Hafen, sei es auf eigenem Kiel oder mit der Fähre von Rudkøpying ankommst, ist der Jollen-Steg zur Rechten nicht zu übersehen.

Jollen Steg

Jollensteg Strynø

Dort liegen die bis zu acht zur Miete verfügbaren traditionellen Holzboote. Bis mindestens Anfang des letzten Jahrhunderts waren diese das Fortbewegungsmittel der Wahl für die Bewohner der Inseln in der dänischen Südsee. Der Briefträger brachte damit die Post, die Kinder wurden damit zur Schule gebracht und die Fischer nutzten die Smakke natürlich auch als Arbeitsgerät, um in den reichen Fischgründe im Inselmeer Ihre Reusen auszuwerfen. Auf den ersten Blick besteht eine Ähnlichkeit mit den in unseren Gefilden bekannteren Jugendwanderkuttern, aber die Takelung unterscheidet sich doch etwas. Die Smakke hat einen oder zwei Masten mit Sprietsegeln, d.h. vierkantige, diagonal vom Mast abgespreizte Segel sowie ggf. ein Toppsegel und eine Fock. Die Jolle bietet Platz für bis zu fünf Personen.

Ein Blick hinter die Kulissen

Die Smakke-Bootswerft liegt etwa 300 Meter östlich vom Hafen entfernt zur linken Hand in idyllischer Umgebung. Eine alte, urige Werfthalle und auf Betreuung wartende Rümpfe auf der davor liegenden Wiese versetzen Dich gefühlt in eine andere Zeit zurück. Auf der Bootswerft des Smakke-Centers werden die Jollen gewartet, repariert und auch Neubauten durchgeführt. Auf der Wiese habe ich auch große Styropor-Würfel entdeckt. Ich bin mir nicht ganz sicher, wofür diese verwendet werden, aber vielleicht werden diese als Auftriebskörper in den Jollen eingesetzt, um diese unsinkbar zu machen. Durch die breiten Rümpfe gelten diese aber ohnehin als sehr formstabil und kentersicher. Bei ursprünglich als Alltags- und Arbeitsbooten angelegten Konstruktionen kann man sich recht sicher sein, dass diesem Aspekt eine hohe Priorität eingeräumt wurde.

Es scheint am Smakke-Center auch einen Fahrradverleih zu geben, allerdings etwas verlassen, wie  auf den Bildern zu sehen.

Neben der Werft, die als arbeitendes Museum agiert, gibt es eine angrenzende Ausstellung, in der Du mehr über die Natur- und Kulturgeschichte und Lebensbedingungen des Inselmeeres erfahren kannst. Der Kern der Ausstellung sind die traditionellen Bootsfahrten zwischen den Inseln mit den Smakke-Jollen, Prahmen, Fischerjollen, Eissegelbooten und Schlitten, die dort auch jeweils im Original zu sehen sind.

Was gibt es sonst noch zu wissen, falls ich da mal Urlaub machen möchte?

Smakkejollen können für mehrere Tage einschließlich Ausrüstung (Zelt, Kochgerät etc.) gemietet werden. Auf Strynø ist der Zeltplatz direkt am Strand gelegen und bietet einen traumhaften Meeresblick. Übernachtungsmöglichkeiten sind auf den vielen kleinen Inseln im südfünischen Inselmeer meist in Form von kleinen Zeltplätzen vorhanden. Der Mietpreis für die Jollen liegt bei rund 110 Euro pro Tag, mehr Details gibt es hier. Ich hatte bei meinem diesjährigen Besuch auf Strynø leider keine Gelegenheit, das umzusetzen, da ich auf eigenem Kiel unterwegs war. Ein mehrtägiger Trip mit Freunden zum Segeln, Fischen (es soll dort massenhaft schmackhafter Garnelen geben) und Zelten kommt jetzt auf meine Liste noch zu erlebender Abenteuer.

Hast Du auch Lust auf einen Törn in einer Smakke-Jolle bekommen oder bevorzugst Du einen anderen Bootstyp zum Jollenwandern? Dann gib gerne einen Kommentar ab.

Dänische Südsee: Ankern vor bunten Häuschen

Revkrog Ærø

Dieses ist der zweite Teil des Berichtes über meine Erlebnisse im Inselmeer der dänischen Südsee. Den ersten Teil findest Du hier: Inselhopping in der dänischen Südsee.

Von der Insel Strynø geht meine Reise Richtung Westen durch das schmale, aber gut betonnte Fahrwasser Mørkedyb. Auf dem Weg dahin muss ich die Untiefentonne, die das südlich Strynø liegende Flach markiert, runden. Da heute südliche Winde vorherrschen, werde ich ab dieser Stelle den Rest des Tages auf dem Steuerbordbug segeln können. Das bedeutet, ich muss keine Wende oder Halse mehr fahren, wodurch ich auch einhand ohne Probleme mein größtes Vorsegel fahren kann. Das habe ich zum Glück vorm Ablegen bereits bedacht und am zweifachen Vorstag neben der kleinen Baumfock die Genua vorbereitet. So geht der Wechsel problemlos und fix von statten, so dass ich mit passablen 4,5 Knoten Kurs West laufe.

 

An Steuerbord kann ich zur Strynø Kalv herüberschauen, auf der ein einsamer Bauernhof in der Inselmitte zu sehen ist, was mich ein wenig an eine Hallig erinnert. Die Bezeichnung „Kalv“ findet man im Dänischen häufig für kleine Nebeninseln und wie Du vielleicht vermutest, steht das wörtlich für das Jungtier der Rinder. Oder vielleicht passt hier der Vergleich mit den Walen besser? Zusammen mit den gänzlich unbewohnten Inselchen Græsholm, Bredholm, Grensholm und Vogterholm besteht hier ein Brutvogelreservat, das von März bis Mitte Juli nicht betreten werden soll. Ich sehe hier auch eine Gruppe von Seekajakfahrern, für die diese Ecke auch ein Paradies sein muss. Am Vortag habe ich zwischen den Inselchen sogar ein Segelboot entdeckt. Es handelte sich allerdings um ein holländisches Plattbodenschiff. Wenn man sich etwas auskennt und wenig Tiefgang hat, gibt es dort wohl eine Passagemöglichkeit.

Am Ende der Mørkedyb passiere ich die kleinste bewohnte Insel im Inselmeer, Birkholm, die ich von meinem letzten Törn hier mit meiner Freundin vor zwei Jahren noch in sehr guter Erinnerung habe. Damals lagen wir in dem winzigen Hafenbecken neben einer Hand voll Motoryachten und sehr kleinen Segelbooten. Es war noch recht früh in der Saison und daher nicht viel los.

Birkholm 2012

Birkholm 2012

Jetzt zur Urlaubszeit Anfang August scheint hier die Hölle los zu sein. Ich zähle bald 20 Masten und wundere mich, wie die überhaupt dort Platz finden. Auch der kleine Sandstrand direkt neben dem Hafen ist verhältnismäßig stark bevölkert.

Birkholm von der Mørkedyb aus gesehen, 2014

Birkholm von der Mørkedyb aus gesehen, 2014

Noch vor der letzten grünen Fahrwasser-Tonne gehe ich auf Kurs Südwest und kürze über das „Egholm Flak“ ab, das am Rand ausreichende Wassertiefen für Yachten mit weniger als 1,50 Meter Tiefgang hat. Mein Ziel ist heute die Ankerbucht Revkrog bei Ærøskøping. Die letzten zwei Stunden segle ich bei strahlenden Sonnenschein und perfekten Windbedingungen mit fast 5 Knoten auf die Steilküste der Landzunge westlich von Ærøskøping zu. Als ich um die die Ankerbucht einschließende Landzunge gesegelt komme, sehe ich bereits um die 20 Yachten dort vor Anker liegen. Da die Bucht sehr weitläufig ist, stellt das jedoch kein Problem dar. Ich finde ein schönes Plätzchen ganz vorne an der Grenze zum markierten Schwimmbereich des Badestrandes und werfe dort den Anker ins noch gute fünf Meter tiefe Wasser.

Eine meiner ersten Amtshandlungen besteht aus einem Sprung ins verlockende, gar nicht so kühle Nass. Nach einer kurzen Ankerkontrolle schwimme ich die vielleicht 150 Meter an Land und nach einer kurzen Verschnauf- und Schnorchelpause wieder zurück. Dabei stelle ich fest, dass Schwimmflossen für längere Strecken gar nicht so gut geeignet sind. Die Belastung an den Fußgelenken ist doch sehr ungewohnt. Die Froschtechnik, die ich auch beim Schwimmtraining zuhause meist anwende, liegt mir irgendwie mehr.

Ankern vor bunten Häuschen

Die absolute Sehenswürdigkeit am Revkrog sind die bunten Strandhäuser, die die Bewohner von Ærøskøping dort errichtet haben. Soweit ich weiß, sind diese alle in fester Hand von lange in Ærøskøping ansässigen Familien und somit nicht für Touristen verfügbar. Offiziell darf darin wohl auch nicht übernachtet werden, aber ich sehe zumindest noch bis spät in den Abend Lichter. Wie auch immer – für uns Segler bilden die Häuschen eine farbenfrohe Kulisse in dieser von Segelzeitschriften schon als „Kult“ bezeichneten Bucht.

Den nächsten Morgen starte ich mit Frühsport – drei Runden um die Hoppetosse schwimmen. Danach gibt es einen heißen Tee vom Petroleumkocher und Müsli, um mich für die Überfahrt nach Mommark zu stärken. Der Wind steht ablandig und so brauche ich keinen Motor für das Anker-Lichten Manöver. Das geht ungefähr so: Einfach die Segel hoch mit losen Schoten, dann nach vorne den Anker hochziehen (Frühsport, die zweite), dann schnell zurück ins Cockpit, Schoten dichtholen und im Slalom zwischen den anderen Ankerliegern durchsegeln, die teilweise etwas verdutzt dreinschauen. Irgendwie scheint es ja Standard geworden zu sein, für Ankermanöver einen Motor zu benötigen, aber vielleicht liegt das auch nur an den elektronischen Ankerwinschen, die so viel Strom ziehen, dass der Motor ohnehin laufen muss. Solche Probleme habe ich zum Glück nicht.

Der Wind weht mit Anfangs drei, als ich um die Nordspitze von Ærø komme, etwas zunehmend auf vier Windstärken aus derselben Richtung wie am Vortag. So kann ich gerade noch einen Anliegerkurs nach Mommark segeln. Der Himmel ist das erste Mal seit zwei Wochen komplett bedeckt und ich trage das seit langem mal wieder eine lange Hose beim Segeln. Auch bin ich seit einiger Zeit nicht mehr auf der offenen Ostsee gewesen. Die Wellen sind hier wieder etwas höher und die Fahrt etwas schaukeliger. Trotz des geringen Freibords der Hoppetosse bleibe ich von unten weitestgehend trocken und kann ein paar stimmungsvolle Bilder schießen. Kurz vor Ankunft zieht noch ein kurzer Schauer über uns hinweg.

Nach fünf Stunden erreiche ich den zu dieser Saison frisch renovierten Hafen Mommark. Entgegen der Meinungen vieler Törnführer, hatte ich in den vergangenen Tagen des öfteren Gutes über diesen Hafen gehört und gelesen, wie z.B. hier.

Auch mir gefällt es hier außerordentlich gut, so dass es mir leichter fällt, „Goodbye, dänische Südsee“ zu sagen. Am Abend gönne ich mir ein Sternesjkud, in dem wirklich zu empfehlenden Restaurant am Hafen und blicke zurück auf eine wunderbare Woche des Insel-Hoppings in der südfünischen Inselwelt.

Inselhopping in der dänischen Südsee, erster Teil

Dänische Südsee Übersichtskarte

Mit diesem Beitrag möchte ich Dich an meinen traumhaften Segeltagen im südfünischen Inselmeer, auch dänische Südsee genannt, teilhaben lassen. Hier gibt es viele Kleinode zu entdecken: Inseln mit drei Einwohnern (oder soll ich sie lieber Einsiedler nennen?), gar gänzlich unbewohnte Inseln, weiße Strände, türkises Wasser und geschützte Ankerbuchten sowie unmarkierte oder schmale, flache Fahrwasser bieten alles was das Segel-Abenteurer-Herz braucht. Zudem läuft das Leben hier noch ein wenig ruhiger ab als im restlichen Dänemark ohnehin schon, weshalb der Begriff „Südsee“ wirklich nicht ganz unpassend ist.

Time to Say Goodbye to Civilisation

Ich verabschiede mich von der Zivilisation in Svendborg und werde bei einer westlichen Brise von drei Windstärken von einer Gegenströmung mit bis zu drei Knoten im Svendborg-Sund überrascht. Ich habe zwar von den Stromverhältnissen vor Ort gelesen, aber mit dieser Stärke hatte ich nicht gerechnet. Da ich die Segel wie zuerst überlegt nicht schon im Hafenbecken gesetzt habe, gestaltet sich das Manöver im engen Sund-Fahrwasser einigermaßen schwierig. Durch die starke Querströmung vermag der Pinnenpilot den Bug nur annähernd im Wind zu halten. Ich muss mich recht beeilen beim Ziehen an den Fallen, da die Uferseite immer näher kommt. Sobald das Großsegel oben ist, falle ich ab. Die Baumfock setze ich am Wind, was bei dieser Windstärke gerade noch funktioniert. Spätestens ab der Durchfahrt unter großen Sundbrücke wird mir klar, dass mir der Wind die nächsten Seemeilen ziemlich auf die Nase pusten wird. Als halbwegs erfahrener Tidensegler und wissend um die bescheidenen Am-Wind Fähigkeiten meines Langkielers ist für mich klar, dass ohne Unterstützung durch den Diesel hier kein Blumentopf für mich zu gewinnen ist.  Trotzdem lasse ich die Segel oben und kreuze das Sund-Fahrwasser voll aus. Die Untiefen sind für meinen Tiefgang weitestgehend irrelevant und am Nordufer kann ich so neugierige Blicke in die Vorgärten der prachtvollen Häuser mit den davor an den Privatstegen liegenden Yachten werfen.

Nach zwei Stunden kann ich endlich den lärmenden Motor abstellen und nur unter Segeln Richtung Süden abdrehen. Das Postschiff von Hjortø zieht an mir vorbei und weist mir den Weg, denn die kleine Insel soll mein Ziel für heute sein.

Postschiff Hjortø

Postschiff Hjortøboen

Die sichere Route

Ohnehin herrscht in dem gut betonnten Fahrwasser Højestene Løb ein reger Fährverkehr zwischen Svendborg, Skarø, Drejø und Ærø. An die weniger befahrene, eng an der Westküste der Insel Tåsinge entlang führende, unmarkierte Passage Knudedyb traue ich mich heute nicht ran. Das Fahrwasser ist nur wenige Bootsbreiten schmal, mit schnell auf unter einem Meter ansteigenden Gründen. Der Wind hat noch etwas zugenommen und so wäre eine Legerwall Situation ohne viel Sicherheitsabstand vorprogrammiert. Hätte ich ein Crewmitglied als Ausguck im Bug alles kein Problem, aber heute wähle ich die einfachere Route.

Eine nervenaufreibende Ansteuerung

Die Ansteuerung von Hjortø lässt meinen Puls noch einmal nach oben schnellen. Das Echolot ging runter bis 1,20 Meter, demnach wären noch 10 Zentimeter Wasser unter dem Kiel der Hoppetosse gewesen. Außerdem ist die erste Stange der Rinne nicht farblich markiert, aber eine grobe Peilung über den Daumen und der Hafeneinfahrt lässt mich vermuten, dass es eine Backbord-Begrenzung sein soll, was sich später als richtig herausstellt. Außerdem ist dieses eine gute Gelegenheit die Toleranz meines Echolotes einmal nachzumessen, was ich mir schon länger vorgenommen hatte. Der Abgleich mittels eines Handlotes im Hafenbecken bestätigt meine Vermutung, dass 30-50cm Puffer eingestellt sind, so dass die Ansteuerung wohl eine Mindesttiefe von 1,70 Meter vorzuweisen hatte. Das wirkt für meine Gedanken an die für morgen geplante Ausfahrt sehr beruhigend. Trotzdem scheint es, dass sich viele Yachten nicht in diesen urigen Hafen trauen, denn nebem dem bereits angekommenen Postschiff und einigen unbenutzten Angler-Nußschalen bin ich heute der einzige Segelgast. Das soll auch bis zum nächsten Morgen so bleiben. Damit habe ich endlich mal einen angemessenen Privathafen und kann mich über ausreichend Ruhe nicht beklagen.

Hafenbecken Hjortø

Hafenbecken Hjortø

Bei einem kurzen Inselrundgang lerne ich die zwei Straßen und das halbe Dutzend Häuser kennen. Beim Rückweg am Steinstrand werfe ich zudem einen Blick rüber zur mittlerweile gänzlich unbewohnten Insel Hjelmshoved. Bis vor einigen Jahren gab es wohl noch einen Bewohner in dem einzigen auf dem Eiland stehenden Gebäude, aber ich erkenne, dass die Natur bereits auf dem besten Wege ist, sich die Gemäuer einzuverleiben.

Blick nach Hjelmshoved

Blick nach Hjelmshoved

Eine tierische Überraschung

Nach einem sehr entspannten Abend mit einem tollen Sonnenuntergang, wache ich am nächsten Morgen vom Gezwitscher der Schwalben auf, die es sich in Scharen auf meinen Dirken bequem gemacht gemacht haben. Klingt ganz idyllisch, zieht aber eine nervige Vogeldreck-Befreiungsaktion meines Decks und Großsegels am Vormittag mit sich. Ich habe nämlich leider keine kleine Persenning für das Großsegel, sondern nur eine Vollpersenning, deren Anlegen gute zehn Minuten dauern kann, und das Betreten des Schiffes einigermaßen umständlich macht, weshalb ich auf diese meist verzichte, wenn ich nur für eine Nacht festmache.

Morgendlicher Besuch der Schwalben

Morgendlicher Besuch der Schwalben

Die Erkundung der „Foul Grounds“

Von Hjortø geht es weiter zur Insel Strynø. Bei leider nur einem Beaufort aus westlicher Richtung lasse ich mich die ersten zwei Stunden um die Südspitze von Hjortø treiben. Bei diesem Wetter wage ich mich auf die unbetonnte Route nördlich von Birkholm. In meinem Törnführer sind die zu verwendenden Landmarken wie sandige Steilküsten und Peilungen von Inselkanten detailliert beschrieben, so dass ich bei diesem ruhigen Wetter keine Bedenken habe, die „Foul Grounds“, die  der Autor Clemens Richter in Firecrest rund Fünen schon so anschaulich beschrieben hat, zu erkunden. Mal ganz abgesehen davon, dass dieses Buch zu meiner liebsten Segelliteratur zählt, hat es mich in vielen Aspekten zu meinem Sommertörn inspiriert und nicht zuletzt bin ich so auch auf die Idee mit den polarisierten Gläsern für meine Sonnenbrille gekommen, die der Wasseroberfläche die Spiegelung nehmen und Dich die Untiefen erkennen lassen.

Maßarbeit im Hafenbecken

So erreiche ich wohlbehalten am Abend die kleine Insel Strynø, deren Hafen eine richtige Urlaubsstimmung ausstrahlt, was heißt dass er bereits gut gefüllt ist. In der hintersten Ecke finde ich noch den letzten freien Liegeplatz, der wie für mein Schiff zugeschnitten zu sein scheint. Der Anleger erfordert eine 270 Grad Drehung auf der Stelle mit 10 Zentimetern Platz vom Bug zum nächsten Schiff und vollem Körpereinsatz meines achterlich hängenden Dinghies, um uns von einem Dalben abzufendern. Zum Glück kann ich mich stets auf das schnelle Getriebe und den kleinen, aber kräftigen dreiflüglige Propeller verlassen, so dass ich die Hoppetosse ohne Probleme in die Lücke manövriert bekomme. Dafür erhalte ich im Laufe des Abends von mehreren Hafenkino-Zuschauern anerkennende Worte und Nachfragen, wie denn mit einem Langkieler so filigrane Hafenmanöver möglich seien.

Strynø Hafenbecken

Strynø Hafenbecken

Auf Strynø gibt es die letzte Werft, auf der die traditionellen dänischen Smakke-Jollen erhalten und gebaut werden. Darüber und was ich sonst noch in der dänischen Südsee erlebt habe, kannst Du in wenigen Tagen im zweiten Teil dieses Berichtes lesen.

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Wenn Du eine Lieblings-Insel im dänischen Inselmeer oder Lust auf das Revier bekommen hast, freue ich mich über einen Kommentar.


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